Einflüsse und Wechselwirkungen

Es gibt keinen Stereotyp „Hochbegabung“! Jeder begabte / hoch begabte Mensch ist einzigartig in seiner Persönlichkeit und seinen Bedürfnissen.

Die außergewöhnliche Begabung ist ein Interaktionsprodukt, welches in der Entstehungsdynamik von Entwicklungs-problemen in Wechselwirkung zwischen Kind und sozialer Umwelt eine wesentliche Rolle spielt.

Umweltbedingungen, die sich negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken:

  • Hochbegabung wird als Hochleistung definiert
  • Divergenz zwischen Erwartung und Realität
    Das Kind erhofft beim Eintritt in die Schule den Gewinn neuer Erkenntnisse und Informationen, wird jedoch schnell frustriert, da diese Erwartungshaltung nicht mit dem Schulalltag übereinstimmt.
  • Divergenz zwischen Lernfähigkeit und vorgegebenem Lerntempo
    Das Kind muss sich einem Lerntempo anpassen, das nicht seinen kognitiven Fähigkeiten entspricht. Es muss warten und wiederholen, bis andere so weit sind. In der Summe stellt sich Langeweile und Schulfrust ein.
  • Divergenz zwischen Anstrengungsbereitschaft und Anforderung
    Das Kind erwartet herausfordernde Aufgaben, was jedoch mit den Lernvor-
    aussetzungen seiner Mitschüler kollidiert. Mangelnde Anstrengungs- und Lernbereitschaft, Demotivation, Unzufriedenheit, aggressives Verhalten können die Folgen sein.

Umweltbedingungen, die sich positiv auf die Entwicklung des Kindes auswirken:

  • Verständnis für die Individualität und „Andersartigkeit“ des Kindes
  • Differenzierung im Unterricht
  • Ressourcenorientierte Grundhaltung zum differenzierten Umgang mit Heterogenität
  • Zugangsfindung zu vorhandenen Potenzialen
  • Akzeleration (beschleunigende, entwicklungsadäquate Maßnahmen/Angebote)
    wie z.B. Schulzeitverkürzung durch Überspringen von Klassen, vorzeitige Einschulung, Express-Klassen mit akzeleriertem Curriculum
  • Enrichment (methodisch-didaktisch angereicherte Maßnahmen/Lernangebote)
    wie z.B. Pull-out-Programme, Teilnahme am Unterricht höherer Klassen, Ressource-Room-Programme, spezielle Kurse oder Arbeitsgemeinschaften.

Häufige Vorurteile: „Wunderkind“, arrogant, sozial inkompetent, nicht in die Gesellschaft integrierbar, sind an der Oberfläche betrachtet und werden dem Betroffenen in keinster Weise gerecht.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen übrigens, dass besonders begabte Menschen meistens auch über eine höhere, mindestens jedoch über eine gleich gut ausgeprägte soziale Kompetenz verfügen wie Normalbegabte.

 

 

 

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