Was ist Hochbegabung?

Hochbegabung ist nicht mit Hochleistung zu verwechseln!

Als hochbegabt gelten Menschen, die in einem Intelligenztest einen IQ ab ca. 130 erreichen – dies entspricht einem Anteil von ca. 2 % der Bevölkerung.

Zu unterscheiden gilt es zwischen der allgemeinen, sogenannten Universalbegabung und der einseitigen Begabung oder dem Talent.

Während die Universalbegabung in mehreren Bereichen ausgeprägt ist und die eigentliche Hochbegabung ausmacht, bezieht sich die einseitige Begabung bzw. das Talent lediglich auf einen Begabungsbereich.

Hochbegabung ist eine Disposition und individuelles Fähigkeitspotenzial für herausragende Leistungen, die sich jedoch nicht automatisch entfalten und zu Spitzenleistungen führen. Damit dieses hohe kognitve Potenzial in besondere Leistungen / Höchstleistungen transformiert werden kann, bedarf es einer Zusammenwirkung sog. Moderatorvariablen (nicht-kognitiver Persönlichkeitsmerkmale)

  • positiver, förderlicher Umweltfaktoren (Gesellschaft, Elternhaus, Schule)
  • Kreativität
  • Motivation und Selbstvertrauen

Festzuhalten bleibt dabei, dass Begabungsentfaltung nicht ausschließlich von der Ausprägung der Intelligenz abhängig ist! Die Begabungsentwicklung ist demnach als Interaktion (person-)interner Anlagefaktoren und externer Sozialisationsfaktoren zu verstehen.

Münchener Hochbegabungsmodell Heller, Perleth, Hany

Münchener Hochbegabungsmodell Heller, Perleth, Hany

Hochbegabung wird als sehr hohe Ausprägung der multiplen Intelligenz verstanden, also als besondere Fähigkeit

  • sich schnell und effektiv Wissen anzueignen
  • es in verschiedenen Bereichen und Situationen adäquat einzusetzen
  • die dabei gemachten Erfahrungen zu adaptieren und
  • die gewonnenen Erkenntnisse differenziert auf andere Situationen zu übertragen (vgl. Rost 2000)

Dabei spielen die große Breite, das hohe Niveau, die tiefe und schnelle Verarbeitung sowie die effektive Anwendung der Informationen und Erfahrungen eine wesentliche Rolle. Informationen werden nicht nur hocheffektiv reproduktiv, sondern auch produktiv kreativ ver- und erarbeitet. (vgl. Urban 2006)

Mit anderen Worten: Hochbegabte organisieren ihr Wissen sehr intelligent, weisen hohe metakognitive Kompetenzen (Erkennen von Strukturen) und hohe kreative Fähigkeiten (Problemlösungen) auf.

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